Alle Merkmale einer gefälschten Mahnung

Alle Merkmale einer gefälschten Mahnung

Fast jede Woche gibt es neue Warnungen vor Inkasso-E-Mails mit Spam-Anhängen oder gefälschten Inkasso – Schreiben. Am besten ist es, wenn Sie Ihre Finanzen genau im Auge behalten und sofort erkennen können, ob eine Mahnung legitim ist oder ob es sich um einen Inkassobetrug handelt. Dies ist jedoch nicht immer möglich. Oft landet eine gefälschte Mahnung oder ein gefälschter Brief in den Briefkästen von ahnungslosen Menschen, die nicht wissen, wie sie auf solche Mitteilungen reagieren sollen. Hier geben wir Ihnen Tipps, wie Sie erkennen können, ob jemand versucht, Sie um Ihr Geld zu betrügen.

Wie erkenne ich eine gefälschte Mahnung?
Wie erkenne ich eine gefälschte Mahnung?

Die Verbraucherzentrale Hamburg warnte Anfang der Woche vor „regelrechten Inkassowellen“. Auch beim Branchenverband der Inkassobranche melden sich derzeit viele Verbraucher, die verdächtige Schreiben erhalten haben. Typisch sind Mahnungen über völlig frei erfundene Sachverhalte, zum Beispiel Forderungen aus angeblichen Lotterieteilnahmen. Oft werden die Empfänger aufgefordert, Geld auf Konten im Ausland zu überweisen. Der dringende Rat des BDIU lautet: Zahlen Sie nicht!

Besonders trügerisch: Manchmal imitieren die Schreiben das Erscheinungsbild eines tatsächlich registrierten und seriösen Inkassounternehmens. Jedes neunte Unternehmen im Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) war bereits von solchen Fälschungen betroffen. Jedes vierte BDIU-Inkassounternehmen hat bereits Beschwerden von Verbrauchern erhalten, die eine gefälschte Mahnung in ihrem Briefkasten hatten.

Doch wer jetzt erschrocken ist, sollte wissen: Die Betrüger machen Fehler. Gefälschte Mahnungen lassen sich mit ein paar kleinen Kontrollen schnell erkennen.

Der BDIU empfiehlt diesen Quick-Check für jede Mahnung:

  • Ist die Forderung, die angemahnt wird, bekannt? Wenn Sie eine Rechnung nicht bezahlt haben, wissen Sie das in der Regel. Inkassounternehmen sind gesetzlich verpflichtet, in der ersten Mahnung genaue Angaben zur Art der Forderung zu machen – zum Beispiel den Namen oder die Firma des Auftraggebers und den Grund der Forderung zu nennen.
  • Stimmen die Angaben auf dem Briefkopf mit den anderen Informationen überein? Wenn das Unternehmen beispielsweise eine deutsche Adresse angibt, die Bankverbindung aber auf das Ausland verweist – erkennbar an den ersten beiden Buchstaben der IBAN – ist Vorsicht geboten.
  • Wenn Verbraucher Zweifel an der Forderung haben, sollten sie sich an das Inkassounternehmen wenden und nachfragen. Seriöse Inkassounternehmen verfolgen berechtigte Forderungen und werden alles tun, um dem Schuldner die Forderung des Gläubigers deutlich zu machen.
  • Inkassounternehmen müssen in Deutschland registriert sein. Prüfen Sie, ob das Unternehmen unter www.rechtsdienstleistungsregister.de gelistet ist. Nur dann darf das Unternehmen überhaupt Inkassotätigkeiten durchführen.

Wo kann man sich über gefälschte Forderung beschweren?

Wenn Sie Fragen oder Probleme mit einem Inkassounternehmen haben, können sich Verbraucher auch an den BDIU wenden. Wenn das Inkassounternehmen Mitglied im Verband ist, kann der BDIU vermitteln. Dafür gibt es einen Beschwerdebutton unter www.inkasso.de.

Sind alle Inkassoschreiben betrügerisch?

Zum Glück sind solche Betrügereien aber die Ausnahme. Inkasso ist eine wichtige Rechtsdienstleistung. Beim BDIU-Inkasso können Verbraucher sicher sein, dass sich die Unternehmen streng an das Gesetz halten. Alle Mitgliedsunternehmen im BDIU haben sich auf Regeln für den ehrlichen, gewissenhaften und ordnungsgemäßen Einzug von Forderungen geeinigt. Verstöße gegen diese Grundsätze werden sanktioniert. Die Mitgliedschaft im BDIU gilt daher auch als eine Art Gütesiegel für fairen und seriösen Forderungseinzug.
Übrigens: Bei den BDIU-Unternehmen gehen jährlich rund 22 Millionen neue Inkassofälle ein. Nur 500 bis 600 davon sind Gegenstand von Beschwerden beim BDIU. Das zeigt, wie ernst die Inkassounternehmen ihre Arbeit nehmen. Jedes Jahr führen sie zwischen 5 und 10 Milliarden Euro in die Wirtschaft zurück. Dieses Geld ginge ohne Inkasso verloren und würde die geschädigten Unternehmen vor große finanzielle Probleme stellen – bis hin zur möglichen Insolvenz.

Verbraucherzentrale Brandenburg - Schwarzliste-inkasso

Schwarzliste: Betrügerische Inkassoschreiben

Wenn Sie ein dubioses Schreiben erhalten, sollten Sie kein Geld überweisen oder anderweitig mit dem Scheinunternehmen in Kontakt treten.

  • Erteilen Sie einer dubiosen Firma auch keine Einzugsermächtigung.
  • Ein Hinweis auf eine dubiose Inkassoforderung ist, wenn Sie aufgefordert werden, Geld auf ein ausländisches Konto zu überweisen. Wohin das Geld überwiesen werden soll, erkennen Sie an der Länderkennung der IBAN, den ersten beiden Großbuchstaben.
  • Es sind aber auch gefälschte Inkassobriefe im Umlauf, in denen die Betroffenen aufgefordert werden, auf ein deutsches Konto zu überweisen. Auch in diesen Briefen gibt sich das vermeintliche Unternehmen mit zahlreichen erfundenen Daten als seriös aus.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg veröffentlicht Nummern von Konten, auf die man kein Geld überweisen sollte. Diese Schwarze Liste finden Sie hier