Bildungsgutschein

Der Bildungsgutschein ist ein Dokument, in dem der Staat ganz oder teilweise die Übernahme von Kosten für Schule, Studium (Bildung) oder Betreuung garantiert. Studienkonten waren eine besondere Form von Bildungsgutscheinen.

Bildungsgutschein

Anwendung von Bildungsgutscheinen
In den Vereinigten Staaten sind viele Experimente mit Bildungsgutscheinen durchgeführt worden, in denen es nicht um die Einführung einer freiheitlichen Ordnung für das gesamte Bildungswesen ging, sondern nur um mehr Zugangsgerechtigkeit für ärmere Bevölkerungsschichten zu besseren Schulen. In den USA sind staatliche Zuschüsse an private Schulen wegen des Verfassungsgebots der strikten Trennung von Staat und Kirche nicht möglich, in Deutschland werden dagegen an den privaten allgemeinbildenden Schulen 60 bis 90 % der Kosten durch staatliche Subventionen gedeckt, die in den meisten Bundesländern schon pro Kopf des Schülers gegeben werden. Neuerdings haben Schulevaluationen in den angelsächsischen Ländern auch große Qualitätsunterschiede zwischen den öffentlichen Schulen aufgedeckt und das Verlangen vieler Eltern geweckt, ihr Kind in eine andere öffentliche Schule schicken zu dürfen. Über die Schule, die das Kind besuchen wird, soll nicht mehr beim Wohnungsmakler entschieden werden, hat Tony Blair verlangt und die Schulbezirke aufgehoben sowie die Schulwege subventioniert.

Bildungsgutscheine der Bundesagentur für Arbeit
Der Bildungsgutschein ist nach § 81 Abs. 4 SGB III eine von der Bundesagentur für Arbeit einem Arbeitnehmer oder einem Arbeitslosen ausgestellte Bescheinigung, dass die Voraussetzungen für die Förderung einer beruflichen Weiterbildung vorliegen. Er ist eine Zusicherung im Sinne des § 34 SGB X und somit eine Zusage, einen bestimmten Verwaltungsakt später zu erlassen. Der Bildungsgutschein dient zur Vorlage bei dem vom Arbeitnehmer ausgewählten Träger der Weiterbildung. Dieser hat den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit vor Beginn der Maßnahme vorzulegen. Bildungsgutscheine werden für eine maximale Gültigkeitsdauer von drei Monaten für den Antritt der Bildungsmaßnahme ausgegeben. Sie können regional und auf bestimmte Bildungsziele beschränkt werden.

Bundesagentur für Arbeit

Auf die Förderung der beruflichen Weiterbildung durch die Bundesagentur für Arbeit besteht kein Rechtsanspruch. Es handelt sich vielmehr um eine sogenannte Kann-Leistung, deren Gewährung im pflichtgemäßen Ermessen der Behörde liegt. Gem. § 81 Abs. 1 SGB III ist eine Förderung der beruflichen Weiterbildung jedoch nur dann möglich, wenn:

  1. die Weiterbildung notwendig ist, um den Arbeitnehmer bei Arbeitslosigkeit beruflich einzugliedern, eine ihm drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden oder weil bei ihm wegen fehlenden Berufsabschlusses die Notwendigkeit der Weiterbildung anerkannt ist,
  2. der Arbeitnehmer vor Beginn der Weiterbildung durch die Agentur für Arbeit beraten wurde und
  3. die Maßnahme sowie der Träger der Maßnahme für die Förderung zugelassen (zertifiziert) sind.

Wer an einer geförderten Bildungsmaßnahme teilnimmt, erhält sog. Arbeitslosengeld in Weiterbildung, soweit Ansprüche auf Arbeitslosengeld bestehen. Wenn zu Beginn der Maßnahme Anspruch auf 30 Tage Arbeitslosengeld oder weniger besteht, bleibt dieser Anspruch während der Maßnahme eingefroren, so dass der Arbeitslose am Ende der Maßnahme noch für mindestens diesen Zeitraum Anspruch auf Arbeitslosengeld hat. Wenn zu Beginn der Maßnahme mehr als 30 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht, wird pro zwei Tage der Maßnahme der Anspruch um einen Tag, höchstens jedoch auf 30 Tage reduziert.

Für Inhaber eines Bildungsgutscheins werden die Kosten für den Lehrgang, erforderliche Lernmittel, Arbeitskleidung, Prüfungsstücke, gesetzlich geregelte oder allgemein anerkannte Zwischen- und Abschlussprüfungen sowie für eine notwendige Eignungsfeststellung übernommen. Des Weiteren besteht in der Regel Anspruch auf Erstattung notwendiger Fahrtkosten. Übernachtungskosten sowie Kosten für Verpflegungsmehraufwendungen können ebenfalls beantragt werden, sofern die Maßnahme notwendigerweise außerhalb des Tagespendelbereichs des Arbeitnehmers stattfindet. Muss der Teilnehmer auswärts übernachten, bekommt er die Kosten für die An- und Abreise sowie die Kosten für eine Fahrt zur Familie oder für den Besuch des Partners oder Kindes einmal pro Monat erstattet. Die Erstattung von Fahrt- und Übernachtungskosten sowie auch die Erstattung von Verpflegungsmehraufwendungen erfolgt grundsätzlich auf Basis von Pauschalen sowie im Rahmen von Höchstgrenzen.

Was ist der Bildungsgutschein?

Bildungsgutschein

Der Bildungsgutschein ist ein Formular, mit dem ein Kostenträger (z.B. das „Arbeitsamt“) die finanzielle Förderung einer beruflichen Weiterbildung schriftlich zusagt. Der Gutschein berechtigt den Begünstigten zur Teilnahme an einer förderfähigen Weiterbildung, ohne dass dieser selbst für die Kosten aufkommen muss.

Wo bekommt man den Bildungsgutschein?

Einen Bildungsgutschein können Sie beim zuständigen Sachbearbeiter der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters persönlich beantragen. Dabei handelt es sich um eine sogenannte „Kann“-Leistung – es besteht also kein Rechtsanspruch auf einen Bildungsgutschein.

Wann bekommt man einen Bildungsscheck?

Sie können einen Bildungsscheck erhalten, wenn Sie ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von mehr als 20.000 bis max. 40.000 Euro (mehr als 40.000 bis max. 80.000 Euro bei gemeinsamer Veranlagung) nachweisen können und Ihren Wohnsitz in Deutschland haben.

Wer wird die Umschulung bezahlen?

Die meisten Umschulungen in Deutschland werden von Rentenversicherung, Jobcenter oder Arbeitsagentur gefördert und finanziert. Dieser Prozess dauert bis zu zwei Jahre – je nach beruflichen Vorbildung des Arbeitnehmers.

Wie bekomme ich einen Bildungsgutschein vom Arbeitsamt?

Es muss eine Beratung durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter stattgefunden haben.
Liegen alle Voraussetzungen für eine Förderung vor, erhalten Sie von Ihrer Agentur für Arbeit oder Ihrem Jobcenter einen Bildungsgutschein.

Was fördert die Agentur für Arbeit?

Arbeitsamt fördert die Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung unterstützen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei, eine Beschäftigung zu finden und aufzunehmen. Mit dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (kurz: AVGS) legt die Beraterin oder der Berater im Jobcenter geeignete Fördermaßnahmen fest. Das können zum Beispiel Bewerbertrainings sein, Fremdsprachenkurse, fachliche Weiterbildungen oder ein Coaching zum Einstieg in die Selbstständigkeit. Auch die Förderung von betrieblichen Maßnahmen ist möglich.
Ziel dieser AVGS ist:
– Sie an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt heranzuführen
– Ihre Vermittlungshemmnisse festzustellen, zu verringern oder zu beseitigen
– Den Arbeitslosen in eine versicherungspflichtige Beschäftigung zu vermitteln
– Den künftigen Geschäftsmann an eine selbstständige Tätigkeit heranzuführen
– Jeden bei Aufnahme einer Beschäftigung stabilisierend zu unterstützen

Wer stellt Bildungsgutscheine aus?

Bildungsgutschein

Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein um Bildungsgutschein zu bekommen?

Die Ausgabe eines Bildungsgutscheins ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft:
Es muss eine Beratung durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter stattgefunden haben.
Die Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme muss erforderlich sein, um eine bereits bestehende oder drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden

Wer kann einen Bildungsgutschein erhalten?

Sie können einen Bildungsgutschein beantragen, wenn Sie zu einer dieser Zielgruppen gehören:
Berufstätige, die eine konkret drohende Arbeitslosigkeit abwenden möchten
Arbeitslose, die eine berufliche Wiedereingliederung anstreben
Personen, bei denen eine Weiterbildung oder Umschulung aufgrund eines fehlenden Berufsabschlusses notwendig ist

Wie bekomme ich einen Bildungsgutschein?

Nach Prüfung der formalen Voraussetzungen erhalten Sie einen Beratungstermin bei Ihrer zuständigen Integrationsfachkraft, zu dem Sie folgende Unterlagen mitbringen sollten:
Nachweise über Ihre Bewerbungsbemühungen
Informationen über die von Ihnen angestrebte Weiterbildung oder Umschulung sowie den Bildungsträger, bei dem Sie Ihre Bildungsmaßnahme beginnen möchten.
Im Beratungsgespräch sollten Sie darlegen können, weshalb gerade diese Weiterbildung bzw. Umschulung für Ihre Eingliederung in den Arbeitsmarkt sinnvoll und wichtig ist. Die von Ihnen ausgesuchte Bildungsmaßnahme muss eine Berufskennzahl (BKZ) und eine Maßnahmennummer haben, die Sie gegebenenfalls beim Bildungsträger erfragen können.

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